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Dies ist die lange, sehr detailreiche Version meines Rundbriefs. Wer nicht ganz so viel lesen möchte, kann ab Samstag hier vorbeischauen.

Tag 51

09:30 Uhr

In Chiang Mai kommt man, dadurch, dass es eine Touristenstadt ist, gut mit Englisch klar. Wer aber als Farang, also Weißer, die Menschen hier aber auf Thai begrüßt, hat direkt bessere Karten, und ganz nebenbei ein lächelndes Gesicht vor einem. ;)
Übrigens gibt es auch eine Frucht hier, die Farang genannt wird. Wir würden Guave dazu sagen.

Nachdem ich von der langen Fahrt zur GIS zurück bin, hab ich zwar noch eine kleine Pause, aber nicht allzu lang. Denn Jan, mein Kollege aus dem deutschen Dorm, müssen unserer eigentlichen Beschäftigung, über die wir auch unsere Visas beantragt haben, nachgehen: Das Lernen der Thailändischen Sprache.

So sieht ein Aufschrieb unserer Lehrerin aus. Hier zu sehen: Zig verschiede Arten von Fragen und zu jeder die einzig richtige Art zu antworten. Und das sind nur Ja/Nein Fragen...


Und kurz was zu den Bezeichnungen für Familienmitglieder: Glaubt ja nicht, ihr könntet die jüngere Schwester eurer Mutter (zu deutsch: Tante) und die ältere Schwester eures Vaters (zu deustch: auch Tante) gleich nennen...

Um 10 Uhr sind Jan, Amy (meine Vorgängerin aus den Staaten) und ich pünktlich in der „Cornerstone Language School“. Unsere Lehrerin Khruu Ɔɔ̂ (so etwa wie das englische Awe ausgesprochen) macht es uns wirklich nicht leicht. Wir müssen, vor allem am Anfang, viele Vokabeln lernen. Aber das Schwierigste an allem ist die Aussprache.

Es gibt einfach 12 (+3) verschiedene Vokale. Einer davon hört sich an, wie wenn jemand etwas essen muss, das im nicht schmeckt, und nur so ein „Urgh“ kommt. Klingt so ähnlich wie ein vermischtes „Ö“ und „Ü“… naja, eher wie jemand, der sich gerade einfach nur übergibt. Dazu kommen noch Konsonaten… ich sage nur 3 verschiedene „T“- und „P“-Sounds. Und dann kommen noch Tonhöhen dazu.

 

Erinnert ihr euch noch an meine Begrüßung vom Anfang? สวัสดีครับเพื่อนของผม Wie ich ja schon sagte, kann man das lesen: „sà wàt dii khráp phʉ̂an kɔ̌ng phǒm“. Die Akzente auf den Vokalen bestimmen dabei die Tonhöhe. Gelesen und ausgesprochen wird es dann so:

 

kurz, im Grunde so wie es dasteht, wobei die Stimme leicht nach unten geht

 

Bedeutung:

„Hallo“

wàt

 

so etwa „uad“,das „w“ klingt wie das englische „w“, das „t“ wird fast verschluckt

 

dii

 

lang gezogen, genauso, wie es dasteht

 

khráp

 

etwa „krab“, das „r“ wird gerollt, und sowohl „p“ und „r“  sind fast stumm

 

Höflichkeitsform

phʉ̂an

 

etwa „p-urgh-an“, das „ʉ̂a“ is ein Vokal, und die Stimme fällt von hoch zu tief

 

Bedeutung: „mein Freund“, aus der Sicht eines Mannes

kɔ̌ng

 

etwa „gong“, die Stimme steigt von tief nach hoch

 

phǒm

 

etwa „pomm“

 
Die Thai Schrift ist schon unglaublich alt. Doch anders als jede westliche Schrift hat sich diese in all den Jahrhunderten nie verändert. Dadurch kann jeder Thai alte antike Schriften von hier lesen.

Das „khráp“ in diesem Satz ist unglaublich wichtig hier in Thailand. Manversteht sich hier immer höflich zu sein. Nicht nur im Alltag, sondern eben auch in der Sprache. Und diese Höflichkeitsform wird an jeden Satz angehängt. Aber aufpassen, ihr lieben Frauen. Für euch gibt es eine andere Form: „khâa“ (so wie es dasteht).
Dass es für euch auch noch einen Unterschied in der Aussprache gibt, wenn ihr eine einfache Aussage treffen wollt, auf eine Frage antwortet, oder selbst eine Frage formuliert, verschweige ich hier lieber.
Und auch schön: Je mach dem, wie man ein Wort ausspricht, kann es unterschiedliche Bedeutungen haben… Nur ein Beispiel:


Meine Schule, die Cornerstone Language School. Klein, aber die Leute dort sind wirklich super freundlich und motiviert.

maa

gleichbleibender mittlerer Ton

kommen

màa

tiefer Ton

gären

máa

hoher Ton

Pferd

mâa

steigender Ton, vom Tiefen zum Hohen

Hund

mǎa

fallender Ton, vom Hohen zum Tiefen

Mutter

Tatsächlich könnte man mit Hilfe eines „einzigen Wortes“ einen ganzen Satz bilden: „mâi mài mǎi mái mai mái“ Das wäre die Frage: „Brennt neues Seiden-Holz nicht?“. Und bitte fragt mich nicht, was Seiden-Holz sein soll.

Aber genug des Sprachunterrichts. Zum Schluss des Teils noch etwas Schönes:

 

Meine Instagram Folower kennen es bereits. Dieses Bild, beziehungsweise diesen Text, hab ich bei uns in der Sprachschule hängen sehen. Als ich mir das dann einmal genauer angeschaut hab, hab ich Zahlen im Text gesehen, die mir irgendwie bekannt vorkamen. Also hab ich ein Bildübersetzungsprogram meiner Wahl auf meinem Handy gestartet, um den Text zu lesen.

Das was ihr hier seht, ist der Liebesbrief Gottes auf Thai. Und die Zahlen waren die Versangaben. Aber ich fand das einfach beeindruckend zu sehen. Und ich fand es in dem Moment auch eine schöne Erinnerung daran, wie sehr Gott uns liebt. Falls ihr den Liebesbrief noch nicht kennt, ganz egal warum, lest ihn euch einmal durch. Es ist immer weider schön, das zu lesen.

Ein Link zum Liebesbrief auf meiner Seite

 




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