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Vorbemerkung: Zur Sicherheit sind alle Namen, wenn welche im Text vorkommen, abgeändert

Dies ist die lange, sehr detailreiche Version meines Rundbriefs. Wer nicht ganz so viel lesen möchte, kann ab Samstag hier vorbeischauen.

Tag 50

Einfach, weil Sophia, die 1½-jährige Tochter der Dormparents, das gerade wieder vor sich hersagt: Ratet mal, was „Gagei“ bedeuten könnte. Die Antwort kommt im letzten Teil ;)

Das hier wird jetzt glaube ich für die meisten uninteressant. Da ich aber mehrere Stunden am Tag auf der Straße verbringe, gehört das dazu. Ich hab auch versucht, alles so interessant und lustig wie nur möglich zu gestalten. ;)

07:30 Uhr

Jetzt heißt es: Die Schüler müssen an die Schule.

Sobald ich mein Visum habe, werde hier in Thailand einen Thai-Führerschein beantragen. Das kann einige Vorteile bringen, wie zum Beispiel Vergünstigungen beim Eintritt.
Eine Sache, die ich aber nicht machen werde, ist mit dem Motorad fahren. Ich hätte die Möglichkeit, aber das ist mir dann zu gefährlich.

Während die Kinder der Dormeltern von ihnen selbst zum Kindergarten und der Schule der CDSC (Christliche Deutsche Schule Chiang Mai) gebracht werden, darf ich die internationalen Schüler zur GIS (Grace International School) fahren. Also Schlüssel schnappen und in den Bus steigen.

In meinem Leben hätte ich mehrere Dinge niemals gedacht. Erstens: Dass ich einem Bus mit 10 Personen fahre. Zweitens: Dass ich diesen Bus im Linksverkehr fahre. Und Drittens: Dass ich in diesem Bus pro Woche 300km unterwegs bin. Und dann kommen noch andere Fahrten dazu… Ich bin so viel im Auto.


Eine ganz normale Straße in Chiang Mai.
Nur dass man hier plötzlich auf der rechten Straßenseite fährt...

"Kleiner" Einschub: Inzwischen hab ich mich sehr an den Verkehr in Thailand gewöhnt. An den Linksverkehr und die Tatsache, dass im Auto einfach alles am falschen Platz ist, gewöhnt man sich doch sehr schnell. Es gibt aber ein paar Dinge über den thailändischen Verkehr, den man wissen sollte, bevor man hierherkommt.


So sieht ein ganz normaler Parkplatz einer Shopping Mall aus.

Zum einen: Motorräder sind überall. Im Grunde sind sie wie Fliegen, die während des Fahrens um einen herumschwirren. Auf die Motorradfahrer muss man wirklich aufpassen. Die meisten tragen nicht mal einen Helm.
Als nächstes: Vergesst, was ihr über Vorfahrten wisst. Hier hat der Vorfahrt, der sich am geschicktesten reindrängeln kann. Das ist am Anfang schwierig, vor allem, wenn man selbst fährt, weil andauernd kommt es so zu knappen Situationen. Aber irgendwann macht man das auch selbst.

Auch interessant könnte sein: Wenn ihr eine Art Schnellstraße entlangfahrt, die so ausgebaut ist, wie eine gute deutsche Autobahn: Achtet auf Geister-Roller und wendenden Verkehr! Vor allem diese Wendespuren sind hier ganz normal, und dann kann es schon mal sein, dass Du von 80/100 abbremsen musst, weil ein anderer alle Spuren der Fahrbahn kreuzt, um zu wenden.

Ich hab am Anfang, als ich hergekommen bin, ein paar Fahrstunden bekommen. Das war das Ergebnis der zweiten.

Und wo wir beim Wenden sind. Es gibt nicht immer Wendespuren in der Mitte. Und das kann zu Problemen führen. Nehmen wir einmal an: Wir fahren auf einer 3-Spurigen Hauptstraße (also 3 Hin und 3 Zurück) Dann können wir eine Spur davon schon mal abziehen, denn auf der äußersten Spur wird geparkt. Jetzt wird die innerste Spur zum Wenden genutzt. Aber glaubt ja nicht, dass es dann nur einer Spur zum Weiterfahren. Nein. Es sind trotzdem 2 Spuren geradeaus. Wenn nicht sogar mehr. Und ganz wichtig hier: Wer Lichtsignal gibt, hat Vorfahrt.

Da man hier fast immer mehrere Minuten warten muss, bis man eine Ampel überqueren kann, haben manche sogar einen !dreistelligen! Countdown eingebaut bekommen. Nur noch eine Sekunde, dann wird es grün.

Als letztes noch gibt es hier so etwas wie Ampeln. Wenn ihr meint, ihr kennt sie aus Deutschland, … dann habt ihr vielleicht recht, ABER: Glaub ja nicht, dass Grün bedeutet, dass Du sofort fahren kannst, oder gar musst. Hier tickt die Uhr ein bisschen andern. Während Du in Deutschland schon bei Rot-Gelb auf dem Gaspedal stehst, wartest Du hier bis es Grün wird……….. und dann fängst Du so langsam am umzuschalten. Während Du in Deutschland schon nach 0,0000000000001 Sekunden angehupt wirst, stehst Du hier schon mal 5 Sekunden. Und das ist normal. Allgemein sind hier alle Menschen sehr ruhig und geduldig. Auch wenn Du an der Kasse stehst, dauert einfach alles generell länger. Und ihr glaubt gar nicht, wie gut das tut.

So etwas wie Burnout gibt es hier nicht. Tatsächlich gibt es hier nicht mal ein Wort dafür.

Dieses Stresslose ist einfach herrlich. Und davon könnten wir uns wirklich eine Scheibe abschneiden.

 

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